Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

(Mascha Kaléko)

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Eine Antwort zu Memento

  1. Nephtyis schreibt:

    Wahre Worte..
    Da kommt mir ein Gedicht eines mexikanischen Schriftstellers in den Sinn:
    „Una voz me habló muy bajito toda mi vida: Vive, vive, vive! Era la muerte.“
    Übersetzt: Mein ganzes Leben habe ich leise eine Stimme vernommen: Lebe, lebe, lebe!
    Es war der Tod.“

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