Sondereinsatz Falkenrettung

Schon seit etlichen Jahren nisten auf den hohen Rotfichten in unserem Garten Turmfalken. Und jedes Jahr wird da zuverlässig ein Jungfalke großgezogen. Gesehen habe ich noch nie einen, aber dafür gehört. Unglaublich, was die für ein Geschrei machen können, wenn sie Hunger haben und der Altvogel anfliegt. Aber heute traf ich beim Gang zum Kompost auf dieses Häufchen Elend: 2016-06-28 11.51.05nein, keins von Nachbar Pauls verstrahlten Hühnern; ein bißchen feucht und arg verschreckt saß Klein-Falco auf der Rasenkante. Hm, was nu? fragte ich erst mich und dann Dr.med.vet. Guhgl. Der hatte verschiedene Meinungen (wie immer), eine davon war: sitzen lassen, der Alte füttert auch am Boden weiter. Naja. Nun haben wir aber aber auch recht robuste Durchgangskatzen, die schon mal einen Frosch aus dem Teich holen; irgendwie war mir nicht wohl. Ich also wieder rausgeguckt: ach, ist gar nicht mehr da. Und keine Federn am Tatort, also die Katze hat ihn wohl nicht geholt. Ob der doch schon fliegen kann?? Ich war vorübergehend beruhigt, bis ich kurz darauf etwas über den Rasen in Richtung Teich hopsen sah, dicht gefolgt von einer unserer fetten Ringeltauben (die übrigens auch nicht uns gehören). Uh, das geht gar nicht, am Ende adoptiert sie ihn, und der arme Falke denkt dann wie eine Taube! Aber wer kümmert sich um sowas? Tierrettung? Die retten Hunde auf Santorin oder Kreta. Feuerwehr? Die befreit Katzen aus Bäumen. Aber gar keine so schlechte Idee, mit der langen Drehleiter könnten die den Kleinen ja vielleicht wieder ins Nest setzen! Und ich bezahl dann den Einsatz??  Lieber nicht. Aber zum Glück gab es aus dem Kreis der Familie den Ruf nach einem Falkner. Und zufällig gibt es auf dem Königstuhl in Heidelberg eine Falknerei. Ich also da angerufen, netten Herrn am Telefon gehabt, der mir sagte, dass die Alten mitnichten am Boden weiterfüttern würden. Der Kleine würde also unweigerlich als Katzenfutter enden. Außer ich könnte ihn einfangen und nach Heidelberg bringen. Bei dem Gedanken an diese schreckliche Straße auf den Königstuhl hoch war ich zwar zuerst etwas abgeschreckt – aber was tut man nicht alles. Also hab ich mir einen Karton gesucht und dann Klein-Falko, der sich vor der zudringlichen Taube auf einen Stein im Teich gerettet hat. Keine Ahnung, wie er das mit den nackigen Stummelflügeln geschafft hat.2016-06-28 13.43.56

Im Karton war er recht schnell, und auf der Fahrt gab er immer mal wieder scharrende Lebenszeichen von sich, wenn er sich auf der holprigen Straße in die Kurve legen musste. Die Falknerei war bald gefunden, und Herr Jacob und seine junge Mitarbeiterin haben den Nestflüchter zu den anderen sechs gesetzt, die auch noch nicht fliegen können. Hier wird er nun aufgepäppelt und ausgewildert, sobald er fliegen kann. Falke03Hach, ist das nicht schön? Wenn er eine Brieftaube wäre, käm er bestimmt mal wieder….

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Eine Antwort zu Sondereinsatz Falkenrettung

  1. Zoé schreibt:

    Oh wie schön, dass es ein Happy End gab für Falco und er nicht etwa Tauben- oder Katzenfutter wurde 🙂 Danke für den schönen Beitrag.

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