Zum Schloss und zurück

Nach langer Wanderabstinenz schafften wir es am vergangenen Samstag mal wieder, die Wanderstiefel zu schnüren und das Fußgängernavi zu füttern. Angeregt durch einen Tourvorschlag der BNN stellte der Beste aller Wanderführer eine Tour rund um das Hambacher Schloss, die Wiege der deutschen Demokratie, zusammen. Bei herbstlichem Frühnebel parkten wir in Diedesfeld, einem Ortsteil von Hambach, auf einem Wanderparkplatz direkt unterhalb des Schlosses.Hambacherschloss01Der breite Weg in die Weinberge, der unser Einstieg in die Tour war, war trotz des herbstlichen Wetters recht gut begangen. Und als wir in den Wald kamen, wunderte uns das auch nicht mehr: ein Großteil der Spaziergänger war auf der Jagd nach Eßkastanien, die hier einen richtigen Teppich unter den Füßen bildeten. Der Beste aller Eßkastaniensammler musste sich direkt überzeugen, dass die Mäntelchen der Kastanien sehr stachelig sind – Versuch macht klug! Hambacherschloss03 Hambacherschloss02 Hambacherschloss11Der Pfälzer Wald gab sich die größte Mühe, den fehlenden Sonnenschein mit leuchtenden Laubfarben und dekorativen Hagebutten  und anderen Beeren wettzumachen. Hier muss sich die Natur wirklich nicht für den Herbst entschuldigen!

Wegen der hohen Wandererfrequenz suchten wir uns einen Weg etwas abseits, und siehe da: wildromantisch führte uns ein schmaler, überwachsener Pfad an einem trockenen Bachbett entlang, das immer wieder von urigen Brückchen gequert wurde

Hambacherschloss06 Hambacherschloss07

Auch hier musste man sich nur bücken, um die braunglänzenden Keschde, wie der Pfälzer sagt, einzusammeln.

 

 

 

Links und rechts ging es über Steine, Wurzeln und Blätter über das trockene Bachbett

 

 

 

bis zum ersten „Kricklkrackl“ (O-Ton der Beste), will heißen, das was auf Karte und Navi schrecklich zackig aussieht und auch meist so ist. Zum Glück konnten wir diesmal auf die Unterstützung unserer Stöcke bauen – die Steigung hätte ich wirklich nicht ohne machen wollen!Hambacherschloss10 Hambacherschloss09 Hambacherschloss04Den Berg hoch ging es dann kreuz und quer  zur Hohen Loog, wo eine Hütte des Pfälzer Waldvereins lockt. Leider nicht nur uns; der Gastraum war schon proppenvoll, draussen saßen auch welche, und als wir uns an einen Tisch dazugequetscht hatten, hieß es anstehen für Speis und Trank. Aber so ist das nun mal auf diesen Hütten, dafür gibt es schmackhafte Hausmannskost zu sehr moderaten Preisen. Dass das allerdings an einem Samstag im Oktober auch so war, damit hatten wir weniger gerechnet.Und mit den Getränken ist das immer so eine Sache. Als Badener ist man es ja nicht so gewohnt, vor Mittag schon einen Schoppen zu trinken. Und das Pfälzer Schorle ist auch keine Alternative, da das Mischungsverhältnis stark weinlastig ist. Also Radler bestellt, das kam in der Flasche schon gemischt und erinnerte an das „Flavoured Beer“ im letzten Kanada-Urlaub, aber eher so als „Flavoured Limo“. Aha, hier steckt also das Sprudelwasser, das man sich beim Schorle spart!Hambacherschloss12Gut gestärkt gingen wir weiter Richtung Hambacher Schloss, auch hier immer wieder von anderen Wanderern oder Mountainbikern begleitet. Der Weg war auch hier steil und steinig und erinnerte uns immer mehr an die Kanadischen Wälder. Hier musste man immer wieder Steinplatten überqueren oder ihnen aus dem Weg gehen, die Wege sind nicht wirklich bequem zu gehen, und hier wiederum waren wir froh über unsere festen, hohen Wanderstiefel. Noch ein kleiner, unbedeutender Anstieg, dann hatten wir auch schon die Burgschänke unterhalb des Hambacher Schlosses erreicht, wo wir uns auf der schon kahlen Terrasse an einem „Draußen nur Kännchen“ Kaffee labten. Nun ging es fast nur noch bergab, und vor allem die stetigen steilen Abstiege nach dem Hambacher Schloss hinunter Richtung Diedesfeld stellen doch eine sehr große Belastung für das empfindliche Kniegelenk dar. Ich war dann schon recht froh, als wir wieder auf dem Parkplatz angekommen waren, der sich mittlerweile bis auf die letzte Lücke gefüllt hatte! Kleiner Tipp deshalb: die Hohe Loog und das Hambacher Schloss lieber an einem Wochentag besuchen. Und hier noch unsere Ausbeute an Eßkastanien, die der Beste aller Rucksackschlepper nach Hause gebracht hat:Hambacherschloss13Die gibts heute abend zu einem leckeren Glas Weißwein!

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Eine Antwort zu Zum Schloss und zurück

  1. gsharald schreibt:

    Das war bestimmt eine schöne Wanderung. In den BNN gibt es halt immer wieder schöne Vorschläge.
    LG Harald

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